Was ist die Brotbacktherapie? Wie Brotbacken zu mehr Achtsamkeit und innerer Klarheit führen kann

Frau knetet einen Sauerteig und findet durch achtsames Brotbacken zu mehr Klarheit und innerer Ruhe.

Immer wieder werde ich gefragt, was „Die Brotbacktherapie – Backen statt Burnout“ eigentlich ist und warum ich ihr ein ganzes Buch gewidmet habe. Geht es dabei um eine Therapieform? Um Brotbacken? Oder um Meditation?

Die Antwort lautet: die Brotbacktherapie kombiniert Achtsamkeit, Meditationsübungen sowie Brotbacken mit Sauerteig, und dadurch ist es etwas Eigenständiges. Der Begriff des Burnouts in dem Buchtitel steht dabei stellvertretend für alle Zustände des Menschen, in denen er sich nicht wohl fühlt, nicht in seiner Kraft ist. Dazu zählen depressive Zustände, Ängste, Frustration, aber auch Schmerzen. Burnout steht somit bei mir sinnbildlich für Phasen, in denen Menschen ihre Kraft, innere Balance oder Lebensfreude verloren haben.

Die Brotbacktherapie ist eine Einladung, sich selbst wieder bewusster wahrzunehmen. Durch das achtsame Brotbacken entsteht ein Raum, in dem Gedanken sowie Gefühle zur Ruhe kommen und neue Klarheit entstehen kann. Bei klaradenken kombiniere ich diese Achtsamkeitsübung mit der systemischen Reflexion zu ausgewählten Themen – je nachdem, welches Thema einer Klientin oder eines Klienten nach einer Lösung verlangt. Somit ist die Brotbacktherapie nicht nur eine Achtsamkeitsübung, sondern ganz klar ein lösungsorientierter Ansatz.

Warum Brotbacken achtsam macht und den Geist beruhigt

Ein gutes Brot braucht Zeit. Es braucht Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, den natürlichen Prozess nicht ständig kontrollieren zu wollen. Interessanterweise sind genau das auch Fähigkeiten, die uns im hektischen Alltag oft verloren gehen. Während wir einen Brotteig zubereiten, können wir nichts beschleunigen. Wir müssen uns auf den Moment einlassen. Genau darin liegt die besondere Kraft des Brotbackens.

Des Weiteren hat es mich als Volkswirtin und Psychotherapeutin beschäftigt, die eine Übung oder therapeutischen Ansatz zu finden, der die meisten Menschen anspricht. Und zu Brot hat ein Jeder etwas zu sagen. Jeder kennt dieses Grundnahrungsmittel, egal aus welchem Land, welcher Region oder Kultur er kommt. Brot verbindet Menschen und bringt uns der Natur wieder näher.

Wie die Brotbacktherapie funktioniert

Beim Kneten des Teiges richtet sich unsere Aufmerksamkeit ganz automatisch auf das, was wir gerade tun. Wir beobachten den Teig, spüren seine Konsistenz und reagieren auf kleinste Veränderungen. Dadurch tritt das ständige Gedankenkarussell häufig in den Hintergrund. Viele Menschen erleben diesen Zustand als eine Form aktiver Meditation. Nicht durch stilles Sitzen, sondern durch bewusstes Tun. Denn bereits Buddha beschrieb die Art der Meditation, bei der ruhig gesessen wird, als fast unmöglich durchzuhalten. Auch ihn haben seine Gefühle, Gedanken und teils Schmerzen immer wieder aus der meditativen Haltung herausgebracht. Deshalb ist eine aktive Meditation der beste Weg, um seine Gefühle und Gedanken anschauen zu können, ohne auf diese wiederum aktiv eingehen zu müssen. So kann der Mensch beim Brotbacken eine innere Klarheit zu den Vorgängen in sich selbst erlangen.

Warum Achtsamkeit mehr ist als Meditationdie Kraft der Achtsamkeit im Alltag

Achtsamkeit bedeutet somit weit mehr als eine Meditation auf dem Kissen. Sie entsteht überall dort, wo wir ganz im gegenwärtigen Moment sind. Das Brotbacken lädt genau dazu ein. Mehl, Wasser und Salz werden zu einem kleinen Übungsfeld, auf dem wir lernen können, wieder bei uns selbst anzukommen. Und dabei kommt vor allem der Geist, der ewige Kontrolleti in uns, der ewige Zweifler und Widersprecher, zur Ruhe. Denn obwohl er so eine starke Kontrolle über uns ausübt, ist er bei der Beschäftigung mit den drei einfachen Zutaten eines Brotteiges bereits voll auf beschäftigt, so dass seine permanenten Ansagen in den Hintergrund treten. So entsteht Präsenz im Hier und Jetzt.

Brotbacktherapie bedeutet mehr als Brot backen

In meiner langjährigen Arbeit mit Menschen durfte ich immer wieder beobachten, dass sich während des Brotbackens etwas verändert. Gespräche werden ruhiger. Neue Gedanken entstehen. Manchmal tauchen Lösungen auf, die vorher nie wahrgenommen wurden, weil sie schlicht übertüncht wurden durch die vielen Worte, die wir auf dem Weg zur Lösung nutzen.

Dies passiert nicht, weil der Brotteig Probleme löst. Sondern weil der Mensch sich selbst wieder zuhören kann. Genau darin liegt für mich die eigentliche Brotbacktherapie. Und damit dies auch ein Jeder für sich allein zuhause in seiner Küche schaffen kann, gibt es geführte Meditationen, die sich wunderbar mit dem Teigkneten vereinbaren lassen. Diese beschreibe ich ausführlich in dem Buch „Die Brotbacktherapie – Backen statt Burnout“.

Wie Brotbacken zu mehr Entschleunigung und Selbstfürsorge führen kann

Unsere Welt wird immer schneller. Umso wichtiger werden Orte und Tätigkeiten, die uns wieder mit uns selbst verbinden. Brotbacken kann ein solcher Ort sein. Es entschleunigt, fordert unsere Aufmerksamkeit und schenkt uns am Ende nicht nur ein selbstgebackenes Brot, sondern oft auch ein Stück mehr innere Ruhe und Klarheit. Vor allem schenkt uns ein selbstgebackenes Sauerteigbrot ein Stück Darmgesundheit durch seine lebendigen Mikroorganismen in Form von Milchsäurebakterien wie auch Essigsäurebakterien. Das ist für mich ein Stück Selbstliebe, die es braucht, um in seine persönliche Kraft wiederzufinden.

Wer sich auf diesen Weg einlässt, entdeckt somit oftmals weit mehr als nur die Freude am Backen.

Die Brotbacktherapie im Buch erleben

In meinem Buch „Die Brotbacktherapie – Backen statt Burnout“ beschreibe ich ausführlich, wie die Brotbacktherapie entstanden ist, warum sie wirkt und wie Sie mit Meditationen und der Herstellung sowie Backen von Dinkel-Sauerteigbroten Schritt für Schritt Ihren eigenen Weg zu mehr Klarheit und Gelassenheit finden können.